Fachbeitrag von Alexander Weidinger | Printerado – Textildruck & Stickerei, Fürth bei Nürnberg
Das Wichtigste in Kürze
Coloreel färbt den Faden erst in dem Moment ein, in dem er vernäht wird. Das löst genau ein Problem: den Farbwechsel.
- Prinzip: Ein weißer Basisfaden wird direkt an der Maschine eingefärbt.
- Möglich wird: Farbverläufe innerhalb einer Stickfläche, ohne Nadelwechsel.
- Nicht möglich: zwei Farben gleichzeitig – der Faden hat zu jedem Zeitpunkt genau eine.
- Wasserverbrauch: laut geprüfter Umweltproduktdeklaration 97 % weniger als konventionelles Garnfärben.
Coloreel ist ein Verfahren, bei dem ein weißer Basisfaden unmittelbar vor dem Vernähen an der Stickmaschine eingefärbt wird, statt bereits gefärbtes Garn von der Spule zu verarbeiten. Die Farbe entsteht also im Prozess und nicht im Lager. Printerado setzt die Coloreel-Stickerei in Fürth ein und veredelt damit für Kunden aus Nürnberg, Erlangen und der gesamten Metropolregion.
Das Problem, das Coloreel löst
Um zu verstehen, was daran neu ist, muss man wissen, wie klassische Stickerei funktioniert. Eine Stickmaschine hat eine feste Anzahl Nadeln, üblicherweise zwölf bis fünfzehn, und an jeder hängt eine Garnspule in einer festen Farbe. Ein Motiv kann deshalb genau so viele Farben haben, wie Nadeln bestückt sind. Jeder Farbwechsel bedeutet: Die Maschine stoppt, wechselt die Nadel, stickt weiter. Und jede Farbe ist eine harte Kante – ein Übergang von Dunkelblau nach Hellblau besteht aus zwei sauber getrennten Flächen.
Der Unterschied zwischen klassischer Stickerei und Coloreel liegt genau hier: Die Farbe hängt nicht mehr an der Nadel, sondern wird dem Faden zugewiesen, während er läuft. Damit sind Übergänge innerhalb einer durchgehenden Stickfläche möglich, ohne dass die Maschine dafür die Nadel wechseln muss. Ein Verlauf über ein Wappen, ein Farbübergang in einem Schriftzug, eine Fläche, die von einem Ton in den nächsten läuft – das sind die Motive, für die sich das Verfahren lohnt.
Wichtig zur Einordnung: Der Faden trägt zu jedem Zeitpunkt genau eine Farbe. Coloreel ersetzt also nicht den Mehrnadelbetrieb für Motive, in denen zwei Farben nebeneinander liegen müssen – es macht Übergänge entlang des Fadenverlaufs möglich. Ein zweifarbiges Firmenlogo mit scharfer Trennkante bleibt ein Fall für die klassische Mehrnadelstickerei.
Der Faden wechselt die Farbe im laufenden Stickvorgang
Wofür sich das Verfahren lohnt
Coloreel eignet sich besonders für Motive, die an der Farbanzahl klassischer Stickerei scheitern oder bei denen ein Verlauf gestalterisch tragend ist. In der Praxis sind das vier Fälle.
Logos mit Verlauf
Corporate Designs, die einen Farbverlauf enthalten und bisher vereinfacht werden mussten
Vereinswappen
Historische Wappen mit vielen Farbabstufungen auf kleiner Fläche
Merchandise
Bands, Labels und Teams, bei denen das Motiv selbst das Produkt ist
Einzelstücke
Personalisierte Teile, bei denen jedes Stück ein anderes Farbschema hat
Umgekehrt gilt: Für ein einfarbiges Firmenlogo auf zweihundert Poloshirts ist die klassische Stickerei die richtige Wahl. Coloreel spielt seine Stärke dort aus, wo Farbe gestalterisch eine Rolle spielt – nicht überall. Einen Überblick über alle Verfahren gibt die Seite Veredelungsarten.
Was das für die Stickdatei bedeutet
Eine Coloreel-Stickdatei enthält mehr Information als eine klassische: Neben Stichfolge und Richtung wird auch der Farbverlauf entlang des Fadens hinterlegt. Das heißt in der Praxis, dass ein bestehendes Stickprogramm nicht einfach übernommen werden kann – die Datei wird für dieses Verfahren neu aufgebaut.
Gut zu wissen für die Planung: Der Aufwand steckt in der Aufbereitung, nicht im Wiederholungslauf. Ist die Datei einmal erstellt, kostet das zweite Stück nicht mehr Vorbereitungsaufwand als das erste. Welche Vorlagen wir dafür brauchen, steht auf der Seite Datenerstellung. Sinnvoll ist ein Musterstück, bevor eine Auflage läuft – ein Verlauf wirkt auf dem Textil anders als am Bildschirm.
Wasserverbrauch und Garn: was belegt ist
Beim Einfärben an der Maschine entfällt das großtechnische Färben und Spülen ganzer Garnpartien. Coloreel hat dazu eine Ökobilanz und eine Umweltproduktdeklaration erstellen lassen, die in der internationalen Datenbank Environdec registriert und von einer unabhängigen Stelle geprüft ist. Auf dieser Grundlage gibt der Hersteller eine Reduktion des Wasserverbrauchs um 97 % gegenüber konventionellem Garnfärben an; Vergleichsmaßstab sind die veröffentlichten Zahlen eines der weltweit führenden Garnhersteller.
Diese Angabe bezieht sich ausdrücklich auf den Wasserverbrauch beim Färben – nicht auf die Umweltwirkung des fertigen Stickteils. Energieaufwand der Maschine, Herstellung des Basisfadens, Transport und das veredelte Textil selbst sind darin nicht abgebildet. Wer für die eigene Kommunikation belastbare Zahlen braucht, sollte die Umweltproduktdeklaration heranziehen, statt eine Prozentzahl aus dem Zusammenhang zu lösen. Wir stellen den Verweis auf Anfrage zur Verfügung.
Zum Garn: Für das Verfahren ist ein Polyester-Basisfaden aus recyceltem Material verfügbar, den der Hersteller mit einem Recyclinganteil von 100 % aus gebrauchten PET-Flaschen angibt und der nach OEKO-TEX geprüft ist. Welches Garn bei einem konkreten Auftrag zum Einsatz kommt, klären wir vorab – wer den Recyclinganteil in der eigenen Kommunikation nennen möchte, braucht die Zuordnung zum tatsächlich verarbeiteten Garn.
Coloreel-Stickerei in Fürth, Nürnberg und Erlangen
Unsere Werkstatt liegt im Fürther Norden, im Knoblauchsland direkt an der Stadtgrenze zu Nürnberg — rund 20 Autominuten vom Nürnberger Hauptbahnhof und etwa 10 Minuten vom Flughafen Nürnberg. Beliefert werden Kunden aus Fürth, Nürnberg, Erlangen, Stein, Oberasbach, Zirndorf und Schwabach; Abholung vor Ort ist nach Vereinbarung möglich.
Gerade bei Coloreel lohnt sich der kurze Weg. Ein Farbverlauf lässt sich am Bildschirm nur bedingt beurteilen — erst das gestickte Muster zeigt, wie weich der Übergang tatsächlich ausfällt und ob die Verlaufsrichtung zur Stichführung passt. Wer die Anfahrt auf sich nimmt, entscheidet am fertigen Stickmuster statt an einer Vorschau. Ergänzend bestickbare Artikel finden sich unter Caps und Mützen sowie T-Shirts und Sweatshirts; eine erste Preisorientierung liefert der Preiskalkulator.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Coloreel-Stickerei?
Coloreel ist ein Verfahren, bei dem ein weißer Basisfaden unmittelbar vor dem Vernähen an der Stickmaschine eingefärbt wird, statt bereits gefärbtes Garn von der Spule zu verarbeiten. Die Farbe hängt dadurch nicht mehr an der Nadel, sondern wird dem Faden im laufenden Prozess zugewiesen.
Was ist damit möglich, was klassische Stickerei nicht kann?
Farbverläufe innerhalb einer durchgehenden Stickfläche. Bei klassischer Stickerei hängt an jeder Nadel eine Spule in fester Farbe, weshalb jeder Farbwechsel eine harte Kante ergibt und die Farbanzahl durch die Nadelzahl begrenzt ist. Mit Coloreel läuft der Übergang entlang des Fadens, ohne dass die Maschine die Nadel wechselt.
Kann Coloreel zwei Farben gleichzeitig sticken?
Nein. Der Faden trägt zu jedem Zeitpunkt genau eine Farbe. Möglich sind Übergänge entlang des Fadenverlaufs, nicht zwei Farben nebeneinander aus derselben Nadel. Ein zweifarbiges Logo mit scharfer Trennkante bleibt deshalb ein Fall für die klassische Mehrnadelstickerei.
Wann lohnt sich Coloreel und wann klassische Stickerei?
Coloreel lohnt sich bei Motiven mit Farbverläufen, bei Wappen mit vielen Abstufungen auf kleiner Fläche und bei personalisierten Einzelstücken. Für ein einfarbiges Firmenlogo in größerer Auflage ist die klassische Stickerei die wirtschaftlichere Wahl. Welches Verfahren passt, hängt vom Motiv ab, nicht von der Stückzahl allein.
Kann ich meine vorhandene Stickdatei verwenden?
Nicht unverändert. Eine Coloreel-Stickdatei enthält zusätzlich den Farbverlauf entlang des Fadens und wird für dieses Verfahren neu aufgebaut. Der Aufwand fällt einmalig bei der Aufbereitung an; ist die Datei erstellt, verursacht das zweite Stück keinen zusätzlichen Vorbereitungsaufwand.
Worauf bezieht sich die Angabe von 97 Prozent?
Auf den Wasserverbrauch beim Färben, nicht auf den Recyclinganteil des Garns. Der Hersteller gibt auf Basis einer geprüften Umweltproduktdeklaration eine Reduktion des Wasserverbrauchs um 97 Prozent gegenüber konventionellem Garnfärben an. Die Angabe beschreibt den Färbevorgang und trifft keine Aussage über die Umweltwirkung des fertigen Stickteils.
Gibt es eine Mindestbestellmenge?
Nein, auch Einzelstücke sind möglich, da keine farbigen Garnspulen bevorratet werden müssen. Zu berücksichtigen ist der einmalige Aufwand für die Stickdatei, der sich bei sehr kleinen Mengen stärker auf den Stückpreis auswirkt als bei einer Auflage.
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